Und es hört nicht auf. Heini Schmitt, hessischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, fordert ein Verbot von “Killerspielen”. In einer Stellungnahmesammlung des hessischen Landtages erklärt der Heini die Ursachen für angeblich steigende Gewalt gegen Polizisten. Und wer ist mit Schuld? Natürlich die “Killerspiele”! Jawoll! Wegen Games werden angeblich Cops am laufenden Band verprügelt und der Polizeibeamte nicht mehr respektiert. Sicher, er gibt auch einige andere Ursachen an (angeblicher Werteverfall, fehlende Integration von Minderheiten etc etc) die durchaus diskutierbar sind. Aber Actiongames? Musik kriegt bei ihm auch eine populistische Breitseite, auch wenn ich die genannte Band nicht kenne. Auf Golem & Co wird sich nur auf die Games eingeschossen und der Zusammenhang etwas vernachlässigt.

Ich frage mich ja ob Leute wie der Heini nachts in der Aservatenkammer alle Drogen wegrauchen und wegsniefen und ob es sich da um eine amphetamininduzierte Psychose handelt. Das die Gewalt gegen Polizisten zugenommen hat ist nämlich nichts anderes wie eine Propagandalüge der Junta dieses Landes. Die Definition von “Gewalt” fängt bei einigen Beamten nämlich auch bei gerechtfertigter Gegenwehr gegen illegale Operationen einiger Möchtegern-Sherriffs an. So wird aus eine Anzeige gegen Beamte schnell eine Gegenanzeige. Siehe in Anna Lists (übrigens excellenten) Blog diesen etwas älteren Artikel.  Es ist also einfach mal wieder Panikmache. So wie die von der Leyen über Panikmache gelogen hat als es um Internetsperren ging, wie nun Moralbarbie von und zu G. diese Fackel weiterträgt, wie damals der paranoide Rollifahrer die Terrorangst geschürt hat etc. FUD. Fear, Uncertainty, Doubt. Klappt mit den Schafen der Gesellschaft schon immer. Von “Die Terroristen wollen uns alle umbringen” zu “Denkt doch einer mal an die Kinder” sind das alles Massenpsychosen welche von Rechtskonservativen die sich als Mitte tarnen (siehe die Artikel im Blog zum Stichpunkt “Extremismus der Mitte”) genutzt werden um die Freiheit in diesem Land zu untergraben.

Aber wenn der Heini schon dabei war… Wenn Actiongames unter anderem mitschuldig sein sollen ob der eben nicht steigenden Gewalt gegen Polizisten (Gewalt ist in meinen Augen durch Handgreiflichkeit definiert, nicht durch Worte und rechtliche Schritte gegen selbsternannte Judge Dredds!) dann frage ich mich bei den Bildern aus Stuttgart vor kurzem oder während des Castors ob die meisten Polizisten auch alle zocken. Vielleicht ist der typische Prügel-Polizist (die innerhalb der Polizei-Beamtenschaft nur eine kleine Minderheit sind aber durch falsch verstandenen Korpsgeist gedeckt werden) leidenschaftlicher Gamer.

Und wer immer noch nicht glaubt wie schlimm es um die Staatsgewalt Polizei bestimmt ist, TAKE THAT und danach haben Sie das Recht zu StFU.  Und das ist nur der Suchtag “Polizei” bei Deutschlands bestem Blog von Felix von Leitner. Im übrigen sei auch an dieser Stelle erneut auf die Bundesarbeitsgemeinschaft der kritischen Polizistinnen und Polizisten hingewiesen. Es gibt sehr wohl auch Polizeibeamte mit Verantwortungsbewusstsein und dem grauen Wackelpudding zwischen den Ohren! Aber wohl nicht den Heini. Btw schaut euch die Seite seiner Gewerkschaft mal an…. Erster Artikel im Joomla:

Sicher, ein gut trainierter Beamter ist mir immer lieber als ein Dilletant. Aber es entbehrt ob der grade geführten Diskussion um Polizeigewalt nicht einer gewissen Ironie wenn dies der erste Artikel ist. In Hessen ticken die Uhren aber eh anders, siehe Rocko Koch und das Kohlgroupie ex-Köhler-nun-Schröder. Ach ja, ich bleibe dabei: Wer Games verbieten will verbrennt auch Bücher!

THEMATISCH PASSENDES UPDATE! Grade um 19 Uhr über Twitter gelesen: In Berlin ist die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte durch! Damit können sich prügelnde Beamte NICHT MEHR hinter der Anonymität verstecken und sich gegenseitig decken! Eindeutige Identifizierung von schwarzen Schafen ist nun möglich. Und, wie sollte es anders sein, die Schwarze Pest meckert natürlich, und die Deutsche Polizeigewerkschaft mal wieder, diesmal aber nicht Hessens Heini sondern sein Berliner Amtskollege Bodo Pfalzgraf ebenfalls.  Hey ihr sagt doch immer: Wer nichts zu verbergen hat…! Egal um was für Eingriffe es in bürgerliche Freiheitsrechte geht! Das gilt auch für euch! Ihr sollt dem Volk dienen! Nicht beherrschen! Und auch da gilt wieder “A government should fear its people, not the people its government”.

Menschen aus dem Umfeld oder der Familie durch Gewalt zu verlieren ist eine schlimme Sache. Das wünscht man niemandem. Das Trauma welches daraus resultiert bedarf therapeutischer Aufarbeitung. Aber manchmal schiesst mensch dann über das Ziel hinaus. Wie das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden welche sich mal wieder für ein Verbot des Vertriebes und der Herstellung von Action-Games einsetzt, nachzulesen hier und hier.

Es ist ja nicht das erste Mal das dieses obskure Bündnis in die Schlagzeilen drängt. Mensch erinnert sich an die recht peinliche Aktion “Killerspiele gegen Fussball-Trikots”. Vergessen dabei wieviele Menschen alljährlich durch Aktivitäten in der 3. Halbzeit, also bei Hool-Randale, verletzt werden und welche immensen Kosten die Gewalt im Fussball der Gesellschaft aufbürden (zahlt ja nicht die Firma DFB sondern der Steuerzahler…). Die mageren paar Games in der Tonne waren doch schon recht aufschlussreich ob der Resonanz dieser Aktion und die Tatsache daß dort auch jemand sein altes Tetris-Modul reingeworfen hatte sprach für die Medienkompetenz dieses Aktionsbündnisses…

Die alte Mär bzw die alte durchs Dorf getriebene Sau welche besagte daß Games an den Amokläufen schuld sind ist schon ewig und drei Tage entkräftet. Aber solange Populisten wie Pfeiffer durch die Welt tingeln und auch rechtskonservative Medien-Inkompetenz dies als Propaganda benutzt wird die Sau auch die nächsten Male durchs Dorf getrieben. Jetzt versuchen sie es wieder.

Dabei vergessen jene Menschen warum Jugendliche durchdrehen: Soziale Ausgrenzung, psychische Probleme. Das letztere eine Auswirkung des ersteren. Die Theorie der Verrohung durch Games ist auf demselben Niveau wie die alte Theorie der Erblindung durch Masturbation.

Und es ist nicht die Existenz von Action-Games welche das Morden ermöglicht. Sondern die Existenz von schlecht gesicherten scharfen Waffen. Aber an die Schützenvereine traut man sich nicht, schließlich sind Schützenvereine in vielen Gegenden der BRD integraler Bestandteil der rechtskonservativen Mafia (Motto der deutschen Schützen ist “Glaube, Sitte, Heimat”!).

Dieses Aktionsbündnis besitzt keinerlei Medienkompetenz, die populistischen Forderungen sind nur peinlich. Virgins talking about sex. Mensch sollte hoffen daß sie sich bald selbst erledigen. Aber die Betroffenheitsschiene zieht ja immer für die emotional labile “moral majority”. Die wahren Ursachen, und das ist die turbokapitalistische Leistungsgesellschaft in der Jugendliche funktionieren müssen, sind da egal. Es kann nicht sein was nicht sein darf.

Ach ja, hier mal die drei radikalsten Schulmassaker der Historie: Brenda Anne Spencer Ende der 70er, Amoklauf von Bremen 1913ev, Bombenmassaker von Bath 1927. Gibt auch in der Geschichte der BRD noch mehr. Alle vor der Erfindung von Action Games (k, bei Spencer wäre Space Invaders und Pong drin) und fast immer erwachsene Täter.

Ach ja, hier mal Vids von der tollen Entsorgungs-Aktion:

target=”_blank”>und noch das ZDF plus die Vids

Jedes mal wenn ein Jugendlicher in der BRD durchknallt und Menschen umbringt dann wird von Populisten, Schwätzern und Möchtegern-Experten immer dieselbe Sau durch das Dorf getrieben: An der Verrohung sind Computer-Spiele schuld. Aha. Ja. Ist klar. Muss so sein… Kennen wir alle und auch einige Protagonisten wie der Möchtegern-Experte Pfeiffer sind mittlerweile nur Lachnummern bzw als reine “Wir wollen öffentliche Mittel erschleichen”-Schnorrer entlarvt. Vor allem “demokratische” Rechtsaußen-Politiker (also Vertreter der Schwarzen Pest), allen voran bayrische Seperatisten der CSU, fordern dann mal wieder ein Herstellungs- und Vertriebs-Verbot für “Killerspiele”. Da schreiben zwar Jungfrauen über Sex aber so ist es halt bei populistischen Nervtötern und Dummlaberern: Keine Ahnung von nix aber zu allem ihren Senf hinzugeben. Besonders Innenminister sind immer wieder sehr empfänglich für solche abenteuerliche Forderungen aber das kennen wir ja auch von der Bundesebene.

Diese Innenminister wollten ein allgemeines Verbot von Action-Games durchdrücken, bzw ein Teil der Innenminister-Konferenz. Dagegen hatte sich Widerstand in Form einer Petition an den Bundestag gebildet und es kamen weit über 50.000 Unterschriften (genauer 73.002 Menschen) zusammen. Damit hatte der Petitionsersteller das Recht sein Anliegen dem Bundestag vorzutragen.  Hermann Kues, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, erklärte daß die Bundesregierung ein generelles Verbot von Action-Games nicht unterstützen werde. Somit ist erstmal dieser populistischen Dorf-Sau (also dem “Killer”Spiel-Verbot) ein wenig Energie genommen. Denn es ist ja nur eine Frage der Zeit daß die ewig gleichen alten Männer ohne Medienkompetenz wieder auf diesen Rückzugplan kommen. Ist ja auch einfacher als ordentlich Jugendarbeit zu finanzieren damit junge Menschen nicht so sehr verzweifelt sind daß sie zu Papas Waffe greifen und ihre Klasse abschlachten. Ist auch billiger wobei die Populisten vergessen wieviele Milliarden Euro dieser Teil der Unterhaltungsindustrie ausmacht und damit auch der Staat dran verdient. An den Schützenvereinen vergreifen die sich eh nicht. Von dort stammen fast alle Waffen der letzten Amok-Läufe bzw von Vätern welche fahrlässig mit ihren Sportgeräten umgingen. Aber grade im populistisch besonders aktiven Bayern (die CSU als Speerspitze der Medieninkompetenten Spiele-Killer) ist ja der Schützenverein deckungsgleich mit der CSU, genauso wie im konservativen Paderborn zB die CDU mit dem Schützenverein. Glaube, Sitte, Heimat (Motto der deutschen Schützen!) halt.

Desweiteren ist auch die restriktive Neuregelung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) auf dem absteigenden Ast. Dieser an demokratischen Gremien vorbei verhandelter (ist halt ein Staatsvertrag) Schmu sollte sogar private Anbieter eines Blogs oder Forums dazu bringen sich klassifizieren zu lassen, FSK oder USK-mäßig. Auch eine reine Kapitalbeschaffungsmaßnahme von teilweise undurchsichtigen angeblichen “Jugendschutz-Organisationen”. Wenn ihr rechts auf das rote “Dieser Blog ist freigegeben ab 18″ klickt bekommt ihr ein wenig mehr Informationen über diese den Göttern sei Dank nun erstmal “verschobene” (die heben sowas immer auf bis keiner mehr schaut ;) ) Aktion via AK Zensur. Lustigerweise sind die Vertreter der schwarzen Pest sich sehr uneinig und daher nehmen sie Abstand, anscheinend scheinen nur noch ein paar Berliner Vertreter der Verräterpartei den Staatsvertrag zu unterstützen.

Um es noch einmal klar zu stellen: Jugendschutz ist ein durchaus sinnvolles Anliegen. Auch ich will nicht daß sich Kids tonnenweise Porn, Splatter und Action-Games für Erwachsene reinziehen. Aber als Erwachsener Ü30 möchte ich unzensierte Games spielen dürfen. Solange Games keinen Faschismus propagieren (aber alle NS-Shooter sind technisch Dreck, Nazis können halt nicht coden :D , genauso wie andere Extremisten wie Hisbollah etc, deren Games sucken auch ) soll man als Erwachsener diese auch spielen können. Die deutschen Populisten allerdings sind da etwas undifferenzierter. Ist auch kein Wunder wenn jemand wie der Bazi-Innenminister wohl das letzte Mal Pong gespielt hat…

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